Die WESTFÄLISCHE KANTOREI
Seit der Gründung des Chores 1948 durch Wilhelm Ehmann ist die Westfälische Kantorei eng mit der Hochschule für Kirchenmusik Herford /Witten, jetzt Hochschule für Kirchenmusik Witten, verbunden gewesen. Lehrende Professor:innen im Fach Chorleitung/Orchesterleitung waren zugleich Leiter:innen der Westfälischen Kantorei. Nach einem notwendigen Neuaufbau nach Dienstantritt von Hildebrand Haake 1987 entstand eine Mitgliederstruktur aus ehemaligen und aktuellen Studierenden verschiedener Musikhochschulen sowie qualifizierten Laien insbesondere der Region Ostwestfalen, aber auch deutschlandweit. Die Probenstruktur ist projektorientiert, drei Wochenenden pro Projekt, die Besetzung ist rekrutiert sich aus einem Pool von ca. 50 Mitsänger:innen, je nach Literatur singen 30-35 Sänger:innen. Grundsätzlich ist die Stilistik in den Programmen der Westfälischen Kantorei offen, Schwerpunkte der Literaturauswahl liegen in Spätrenaissance/Frühbarock wie in Romantik bis Moderne, Spiritual und Gospel wie auch populare Stilistiken sind bei thematischer Verknüpfung ebenfalls Teil der Programmauswahl.
Die Zusammenstellungen suchen einerseits die Bedeutung der Kirchenmusik am liturgischen Ort zu vertiefen und aufzuwerten (Reihe „Evensong“ Münsterkirche Herford, Reformationsjubiläum 2017, landeskirchlicher Gottesdienst Soest Präses A. Kurschus, Ev. Messe vokal-instrumental auf Basis der Werke M. Prätorius konzertant).
Andererseits ist die Aktualisierung geistlicher Musik in den Kontexten unserer gesellschaftlich relevanten Themen das Ziel, um die oft als gegeneinander abgeschlossenen Räume Kirche-Gesamtgesellschaft als durchlässig füreinander erlebbar zu machen. Glaubensaussagen und -überzeugungen wie künstlerisch motivierte Haltungen begegnen dabei Realität und Diskussion in der pluralen Gesellschaft.
2006 gewann der Chor beim Wettbewerb „Deutsch-niederländischer Kirchenmusikpreis“ den 1. Preis.